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In einer ungewöhnlichen parteiübergreifenden Allianz haben der linke US-Senator Bernie Sanders und der Trump-Verbündete Steve Bannon vor katastrophalen Folgen bei Künstlicher Intelligenz (KI) gewarnt. Auf einer gemeinsamen Veranstaltung in Washington forderten die beiden politischen Gegenspieler am Dienstag weitreichende Beschränkungen für KI-Systeme. Sie eint die Sorge, dass die Technologie der Menschheit massiven Schaden zufügen könnte.
Sanders, der sich selbst als demokratischen Sozialisten bezeichnet, warnte vor einer wachsenden Bedrohung und forderte verbindliche Sicherheitsregeln. „KI hat das Potenzial, zig Millionen Arbeitsplätze zu vernichten, ganze Berufsstände auszulöschen und unseren jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu erschweren“, sagte der Senator. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Technologie der menschlichen Kontrolle entgleite.
KI sei bereits zur Erschaffung neuer Viren genutzt worden, was in den falschen Händen zu neuen Biowaffen und einer globalen Pandemie führen könne. Sanders forderte US-Präsident Donald Trump auf, bei seinem Gipfeltreffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in der kommenden Woche ein Abkommen über eine Pause bei der KI-Entwicklung auszuhandeln. Zudem kritisierte er Tech-Manager wie SpaceX-Chef Elon Musk für ihre Machtkonzentration in dem Bereich.
Bannon, ein enger Verbündeter Trumps und ehemaliger Stratege im Weißen Haus, bezeichnete KI als das bestimmende Thema unserer Zeit. „Wir müssen das Tempo drosseln, damit wir genau verstehen, was vor sich geht“, sagte er. Er lobte Sanders für dessen Zusammenfassung der Risiken. Da der Kongress für die Verabschiedung von Gesetzen zu lange brauche, müsse die Regierung per Dekret handeln. Bannon forderte zudem, China von in den USA hergestellten Computerchips abzuschneiden. Die Zurückhaltung Trumps bei der Regulierung der Technologie lastete er den Tech-Konzernen an.
Trump selbst hatte am Montag Bedenken von Branchenführern heruntergespielt und erklärt, die USA verfügten bereits über ausreichende Schutzmaßnahmen. Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, stellte sich am Dienstag hinter den Präsidenten. Es dürfe kein Moratorium für die KI-Entwicklung geben, da die USA sonst ihren Wettbewerbsvorteil gegenüber China verlören. „Sie können sich selbst regulieren“, sagte Johnson mit Blick auf die KI-Firmen.
Auslöschung der Menschheit bis Ende des Jahrzehnts
Im US-Kongress wird derzeit hinter verschlossenen Türen über mögliche KI-Gesetze debattiert. Der republikanische Senator Bernie Moreno äußerte jedoch Zweifel an der Geschwindigkeit des Gesetzgebungsprozesses: „Wir haben es mit Dingen zu tun, die in vier Jahren gar nicht mehr relevant sind.“
Wie ernst die Lage in der Branche teils eingeschätzt wird, zeigte in der vergangenen Woche der Rücktritt des Anthropic-Forschers Jacob Coxon. Er begründete seinen Schritt unter anderem damit, dass KI-Entwickler davon ausgingen, die Technologie könne bis Ende des Jahrzehnts die Menschheit auslöschen.
RTR/gold