KI-Digitalisierung-E-Government


Die meisten Hochschulen in Deutschland sehen den Sinn von Digitalisierungsmaßnahmen darin, ihre Studierenden auf eine von Künstlicher Intelligenz (KI) und digital geprägte Arbeitswelt vorzubereiten. In einer Umfrage des Hochschulforums Digitalisierung (HFD) gaben 95 Prozent der Befragten dies als wichtiges strategisches Ziel ihrer Einrichtung an. Insgesamt werteten Dr. Jannica Budde, Theresa Sommer und Riccarda Lüthi vom CHE Centrum für Hochschulentwicklung Fragebögen von 120 Vizekanzlerinnen und Vizekanzlern beziehungsweise Prorektorinnen und Prorektoren, die das Ressort Lehre verantworten, aus. In den Bemühungen um digitale Lernprozesse und Technologien dominiert demnach das Thema KI in Form von Chatbots mittlerweile die strategischen Diskussionen an Hochschulen.

Unterschiede ergeben sich der Studie zufolge vor allem in der Einschätzung spezifischer digitaler Lernformate wie auch in deren Nutzung an den Hochschulen. So erachten beispielsweise 92 Prozent der Ressortverantwortlichen adaptives Lernen – die Anpassung von Inhalten, Tempo und Methode an individuelle Bedürfnisse – als relevant. Dagegen berichten nur 14 Prozent, dass adaptive Lernkonzepte an der eigenen Hochschule verbreitet seien. Auch individualisiertes Feedback (86 Prozent) und digitale Selbstlernkurse (80 Prozent) werden als relevant betrachtet. Bereits umgesetzt werden die beiden Formate zu 36 Prozent respektive 55 Prozent.

Für die Auseinandersetzung mit den verschiedenen digitalen Lernmethoden hat KI den Studienergebnissen zufolge neue Impulse gegeben. 74 Prozent der Vizekanzlerinnen und -kanzler gaben dies für Selbstlernkurse an, 70 Prozent für individualisiertes Feedback und immerhin noch 63 Prozent für adaptives Lernen.

Die meisten Hochschulen wollen KI-Lernformate etablieren

Wie aus den Daten des HFD-Monitors hervorgeht, ist die Nutzung von KI für unterschiedliche Funktionen an den meisten Hochschulen zumindest in Planung. Bereits 53 Prozent stellen KI-gestützte Lernassistenten für das Selbststudium im Pilotversuch oder im Regelbetrieb zur Verfügung. Weitere 23 Prozent planen eine solche Nutzung. An 52 Prozent der Einrichtungen können Lehrende KI-Chatbots bereits mit eigenen Inhalten im Pilotversuch oder im Regelbetrieb trainieren. Weitere 27 Prozent der Einrichtungen befinden sich in der Planungsphase.

Budde ordnete die Umfrageergebnisse gegenüber Forschung & Lehre ein: „Es herrscht noch eine recht große Heterogenität an deutschen Hochschulen, was die strategische Priorität und Umsetzung von digitalen Lernprozessen angeht“, sagte sie. Nicht überall würde von zentraler Stelle entsprechende Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Das könnte an den spezifischen Bedarfen der verschiedenen Fächer liegen. „KI hat dagegen einen großen, hochschulweiten, disziplinenübergreifenden Handlungsdruck ausgelöst, auf den Hochschulen in der Breite reagieren“, so Budde.

Die Autorinnen wollten ebenfalls von den Ressortverantwortlichen wissen, welche Faktoren die strategischen Entscheidungen zu digital gestützten Lernprozessen beeinflussen. Zu den wichtigsten Aspekten zählten dabei verfügbare Ressourcen und Kapazitäten sowie rechtliche beziehungsweise regulatorische Vorgaben. Auch die Rückmeldung und der Bedarf von Lehrenden sowie Studierenden wurden als wichtige Einflussfaktoren genannt.



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