Programmatic Advertising ist tot, es lebe Programmatic Advertising. Eine abgedroschene Schlagzeile, die aber treffender kaum sein könnte. Vor einem Jahr äußerte Bryan O´Kelley im MEEDIA-Interview die heikle These: “Programmatic Advertising ist tot”. Der Mann könnte es wissen, er hat 2008 das System Real Time Bidding mit erfunden.
Kurz darauf antwortete der BVDW in Person Eric Hall mit einer Gegenrede. Programmatic sei keineswegs am Ende, man müsse nur einige Fehler ausmerzen und das System auf die neue Medienlandschaft anpassen.
Im Frühjahr 2026 dann die Kehrtwende: Immer mehr Mediengattungen wie Print, Kino oder analoge Außenwerbung rühmen sich, programmatisch buchbar zu sein. Ravi Ahluwalia, der deutsche Statthalter von Vistar Media, ist der Auffassung, dass das System längst noch nicht ausgereizt ist. Und auch hier ließ die Gegenrede nicht lange auf sich warten: Der erfahrene Außenwerber Michael Zacharski gründete mit Adlocaite ein Unternehmen, das den Mediaeinkauf zeitgemäß denken will. Seine These: “Es geht besser als Programmatic”.
Wo liegt im Spätsommer 2026 die Wahrheit? Irgendwo dazwischen natürlich. Immer mehr Publisher verabschieden sich von der Idee der offenen Auktion. Gleichzeitig setzen immer mehr Technologieanbieter auf die effiziente Logistik von Programmatic bei der Auswahl von Werbeflächen und der zielgerichteten Verteilung der Werbemittel. Gleichzeitig eröffnet die künstliche Intelligenz die Möglichkeit, Signalverluste im Datenmarkt durch bessere Hochrechnungen auszugleichen.
Digitale Werbung im KI-Zeitalter
Europas Medien haben mehr Chancen, als sie glauben
Google, Meta und andere Plattformen dominieren das digitale Werbegeschäft. Trotzdem sieht Daniel Knapp, Chefökonom des IAB Europe, erhebliche Wachstumschancen für europäische Medienhäuser. Entscheidend seien Kooperation, gemeinsame Technologie und ein besserer Nachweis des Werbewerts. Der Blick auf den Markt zeigt: Das Potenzial ist tatsächlich groß – doch der Weg dorthin ist schwieriger, als es die optimistische Diagnose vermuten lässt.
Interview mit dem AEOS-Chef
Marin Ćurković: „Wir müssen den Mut haben, überholte Geschäftsmodelle infrage zu stellen“
Big Screen, Inhousing und Künstliche Intelligenz verändern die Mediaplanung grundlegend. Im Interview erklärt Marin Ćurković, Co-Founder und CEO von All Eyes on Screens, warum Daten zum wichtigsten Wettbewerbsvorteil werden, weshalb KI menschliche Expertise nicht ersetzt und warum die Branche aus seiner Sicht endlich offener über neue Geschäftsmodelle sprechen sollte.
Amazon verknüpft Prime Video stärker mit dem Onlinehandel
Amazon: Mehr käufliche Produkte im Videostream
Amazon baut die Shopping-Funktionen von Prime Video aus. Zuschauer sollen Produkte aus Filmen, Serien und Live-Sport leichter entdecken und kaufen können. Der Schritt erweitert zugleich die Rolle des Streamings als Verkaufsumfeld. Außerdem verfügt der Dienst über die spannende Datenkombination aus Shopping und Entertainment. Denkbar wäre sogar eine Kampagne, die Nutzer aus dem Video in den KI-Dialog führt, denn auch die Integration von ChatGPT-Ads treibt Amazon voran.
AI-Advertising via Adform
Volkswagen bucht ChatGPT-Ads
Nächster im Bunde: Marken und Agenturen können ChatGPT Ads ab sofort über Adform buchen und laut Anbieter gemeinsam mit ihren übrigen Kampagnen messen. Es sieht so aus, als seien KI-Anzeigen das beherrschende Thema der diesjährigen DMEXCO. Grundsätzlich ist die übergreifende Messung natürlich spannend, aber welche KPI sind die richtigen?
One Tech Group und Cyreen machen Instore programmatisch buchbar
Closed Loop: Programmatic Retail Media inklusive Kassendaten
Über die Anbindung an die Plattform der One Tech Group wird Cyreens händlerübergreifendes Instore-Netzwerk automatisiert und skalierbar buchbar. Mit C.A.P. lässt sich zugleich der tatsächliche Kaufeffekt jeder Kampagne am Point of Sale kausal nachweisen. Zumindest für endemische Kunden ist das eine tolle Nachricht.
Die Amazon-DSP wächst weiter
Amazon macht ChatGPT-Werbung buchbar
Amazon öffnet seine DSP für OpenAI und macht ChatGPT damit zu einem weiteren Ausspielkanal für seine Werbekunden. Der zunächst kleine US-Pilot zeigt, wie sich die Grenzen zwischen Retail Media, Programmatic Advertising und KI-Suche verschieben. Für OpenAI ist der Deal ein wichtiger Schritt beim Aufbau einer globalen Werbeplattform. Wenn die Idee funktioniert, entsteht ein ganz neues Szenario für Retargeting.
Der wirkliche Wert von First-Party-Daten
Sanoma setzt beim Targeting auf die Mitarbeit der Leser
Der finnische Medienkonzern Sanoma hat bereits vor zehn Jahren mit dem Konzept “MyData” für Aufsehen gesorgt. Leser und Leserinnen können die Daten, die fürs Targeting genutzt und an Werbungtreibende weitergegeben werden, genau kontrollieren. Das Konzept entfaltet jetzt seine große Stärke, denn es macht den Verlag auch ein Stückweit resilient gegenüber Angriffen der KI. Und dank Personalisierung wird auch das individuelle Produkterlebnis besser.
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