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Breitband-Powerline (BPL) bezeichnet die Datenkommunikation über vorhandene Stromleitungen. Die devolo solutions GmbH aus Aachen stellt auf der Enlit 2026 eine serienreife Produktfamilie vor, die diese Technik für die Vernetzung moderner Stromnetze nutzt. Ziel ist eine robuste und kosteneffiziente Kommunikationsinfrastruktur. Anders als bei Powerline-Lösungen für das Heimnetz steht hier die Kommunikation im Energieverteilnetz im Mittelpunkt. Die öffentliche Premiere findet vom 10. bis 12. November 2026 in Wien statt.

Warum braucht das Verteilnetz mehr Datenkommunikation?

Der Ausbau intelligenter Messsysteme, die zunehmende Einspeisung erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung von Mobilität und Wärmeversorgung stellen zusätzliche Anforderungen an die Kommunikationsinfrastruktur der Energieversorger. Im Verteilnetz müssen mehr Daten verarbeitet und mehr Steuerungsaufgaben ausgeführt werden. Photovoltaikanlagen, Stromspeicher, Wärmepumpen und Elektroautos mit Unterstützung für bidirektionales Laden bilden den Hintergrund dieser Entwicklung.

Für die Digitalisierung der Stromnetze adressiert devolo damit die Verbindung zwischen Geräten im Netz und übergeordneten Systemen. Der Hersteller entwickelt seit mehr als 20 Jahren Vernetzungslösungen für private und professionelle Anwendungen mit einem Schwerpunkt auf dem Datenaustausch über Stromleitungen. Die neue Hardware überträgt diesen Ansatz auf die Anforderungen der Energieinfrastruktur.

Firmensitz von devolo in AachenFirmensitz von devolo in Aachen

Die devolo solutions GmbH hat ihren Sitz in Aachen.

Welche Aufgaben übernehmen Headend, Repeater und Modem?

Die Produktfamilie umfasst drei aufeinander abgestimmte Komponentenrollen: die zentrale Anbindung, die Erweiterung der Kommunikationsstrecke und den Anschluss am Endpunkt. Für die zentrale Schnittstelle bietet devolo zwei Varianten an, die sich hinsichtlich Einsatzort und Anbindung an übergeordnete Systeme unterscheiden:

  • Das BPL-Headend sitzt in der Ortsnetzstation. Es verbindet das BPL-Netz mit übergeordneten Kommunikations- und Backend-Systemen.
  • Das BPL-Headend LTE übernimmt diese Schnittstellenfunktion im Straßenverteiler. Die Verbindung zu den übergeordneten Kommunikations- und Backend-Systemen erfolgt per Mobilfunk.
  • Der BPL-Repeater erweitert und stabilisiert die Kommunikationsstrecke innerhalb des Stromnetzes. Er ermöglicht dadurch eine größere Reichweite und eine flexible Netzstruktur.
  • Das BPL-1TE-Modem stellt die Kommunikationsverbindung am Endpunkt her. Über das Modem lassen sich Geräte und Anwendungen an das BPL-Netz anbinden.

Ortsnetzstation, Straßenverteiler und Endpunkt erhalten damit jeweils eine definierte Rolle innerhalb der Kommunikationsarchitektur. Das Headend übernimmt die Verbindung nach außen, während Repeater und Modem die Kommunikation innerhalb des Netzes beziehungsweise den Geräteanschluss abdecken.

BPL-Headend von devolo für die Kommunikation im VerteilnetzBPL-Headend von devolo für die Kommunikation im Verteilnetz

Das BPL-Headend verbindet das BPL-Netz in der Ortsnetzstation mit übergeordneten Kommunikations- und Backend-Systemen.

Wie nutzt die Technik die vorhandene Infrastruktur?

Breitband-Powerline verwendet für den Datentransfer die bereits vorhandenen Stromleitungen. Eine zusätzliche Netzwerkverkabelung ist dafür nicht erforderlich. Nach Angaben von devolo soll dieser Ansatz den Umrüstungsaufwand an bestehenden Standorten begrenzen und auch bei neu geplanten Standorten den Investitionsaufwand überschaubar halten. Konkrete Kostenangaben nennt der Hersteller nicht.

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Als technische Grundlage dient der international etablierte Standard ITU-T G.hn. Devolo führt dessen Nutzung als Basis für die Interoperabilität der Komponenten an. Zusätzlich setzt die Hardware auf MIMO-Technologie, die eine robuste und leistungsfähige Datenübertragung ermöglichen soll. Der Hersteller positioniert Powerline für Smart Grids als Ergänzung oder Alternative zu Mobilfunk und Glasfaser. Beim Headend LTE werden Stromleitungskommunikation und Mobilfunk innerhalb der vorgestellten Architektur miteinander kombiniert.

Welche Sicherheitsfunktionen und Netzgrößen nennt devolo?

Für die Absicherung der Datenkommunikation nennt devolo AES-Verschlüsselung, 802.1X, Secure Boot und kryptografisch gesicherte Firmware-Updates. Diese Funktionen gehören zur technischen Ausstattung der neuen BPL-Hardware. Angaben zu konkreten Verschlüsselungsparametern oder weiteren Details der Sicherheitsimplementierung enthält die Ankündigung nicht.

Bei der Skalierung gibt devolo eine Obergrenze von bis zu 250 Powerline-Geräten an, die ein Headend innerhalb einer BPL-Domäne verwalten kann. Diese Zahl beschreibt die vom Hersteller genannte Verwaltungskapazität pro Headend. Konkrete Datenraten oder Reichweiten der neuen Produktfamilie werden dagegen nicht beziffert; die Aussagen zur Übertragungsleistung bleiben qualitativ.

Serienproduktion läuft seit September

Nach Angaben von devolo ist die Entwicklungsarbeit abgeschlossen; die Serienproduktion begann im September 2026. Eine zentrale Entwicklungsaufgabe bestand darin, die Powerline-Technologie für die anspruchsvollen Bedingungen in Energieverteilnetzen in robuste und wirtschaftlich produzierbare Serienhardware zu überführen. Der erste Feld-Rollout läuft laut Hersteller bereits. Einsatzorte, beteiligte Energieversorger und Ergebnisse dieses Praxiseinsatzes nennt devolo noch nicht.

Heiko Harbers, General Manager der devolo solutions GmbH, beschreibt die Zielsetzung: „Die Digitalisierung der Energienetze benötigt eine Kommunikationsinfrastruktur, die zuverlässig, wirtschaftlich und flächendeckend eingesetzt werden kann. BPL bietet hierfür einen entscheidenden Vorteil: Die Stromleitungen, die ohnehin bis zu den Verbrauchern und Erzeugern vorhanden sind, können gleichzeitig für die Datenkommunikation genutzt werden.“

Heiko Harbers, General Manager der devolo solutions GmbHHeiko Harbers, General Manager der devolo solutions GmbH

Heiko Harbers, General Manager der devolo solutions GmbH, sieht vorhandene Stromleitungen als Basis für die Datenkommunikation in Energienetzen.

Öffentliche Vorstellung auf der Enlit Europe in Wien

Die erstmals öffentlich gezeigten Lösungen sind auf der Enlit Europe 2026 vom 10. bis 12. November am German Pavilion, Stand A.b24, zu sehen. Für Fachgespräche und Terminvereinbarungen nennt devolo Christoph Dubsky und Dr. Anil Mengi als Ansprechpartner. Der Messeauftritt folgt damit auf den Produktionsstart; die Vorstellung betrifft keine reine Entwicklungsankündigung, sondern die nach Herstellerangaben bereits in Serie gefertigte Hardware.

Quelle: devolo solutions GmbH

Häufig gestellte Fragen

Was ist Breitband-Powerline im Energieverteilnetz?

Breitband-Powerline bezeichnet die Datenkommunikation über vorhandene Stromleitungen. Im Energieverteilnetz verbindet die Technik Geräte im Netz mit übergeordneten Systemen. Eine zusätzliche Netzwerkverkabelung ist dafür nicht erforderlich.

Welche Aufgaben übernehmen Headend, Repeater und Modem?

Das BPL-Headend verbindet das BPL-Netz in der Ortsnetzstation mit übergeordneten Kommunikations- und Backend-Systemen. Das BPL-Headend LTE übernimmt diese Aufgabe im Straßenverteiler und nutzt dafür Mobilfunk. Der Repeater erweitert und stabilisiert die Kommunikationsstrecke; das BPL-1TE-Modem bindet Geräte und Anwendungen am Endpunkt an.

Wie viele Geräte kann ein BPL-Headend verwalten?

Nach Angaben von devolo kann ein Headend innerhalb einer BPL-Domäne bis zu 250 Powerline-Geräte verwalten. Konkrete Datenraten und Reichweiten der neuen Produktfamilie nennt der Hersteller nicht.



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