Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie investiert zunehmend in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Trotzdem bleiben viele Unternehmen angeblich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Der Grund ist laut einer Studie des US-amerikanischen Softwareunternehmens Trace Gains das Fehlen von vernetzten Daten und Systemen.
Nachholbedarf erkannt: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz könnten unter bestimmten Voraussetzungen in der Lebensmittelwirtschaft weiter verbreitet sein.
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Trace Gains befragte für eine aktuelle Studie 423 Fach- und Führungskräfte aus 28 Ländern, darunter Deutschland. Sie kamen überwiegend aus den Bereichen Qualitätsmanagement, Lebensmittelsicherheit und Regulatory Affairs (Regulierungsangelegenheiten). Aber auch Geschäftsleitungen sowie Mitarbeiter aus Forschung und Entwicklung sowie dem Einkauf wurden interviewt. Im Ergebnis stellt Trace Gains fest: Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie investiere zunehmend in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Trotzdem blieben viele Unternehmen hinter ihren Möglichkeiten zurück. Der Grund sei das Fehlen von vernetzten Daten und Systemen.
40 Prozent der Befragten nennen unverbundene Systeme und Daten als größte operative Hürde. Gleichzeitig geben nur 9 Prozent an, dass ihre Organisation bereits über vollständig vernetzte Prozesse zwischen den Abteilungen verfügt. 37 Prozent beschreibt die eigene Organisation als in einigen Bereichen weiterhin von Silo-Denken geprägt. Die Folgen seien Verzögerungen in operativen Prozessen, bei Innovationsentwicklung, Compliance und in der Entscheidungsfindung. Fragmentierte Prozesse sind somit der Studie zufolge nicht nur ineffizient, sondern auch zunehmend kostspielig. 29 Prozent der Befragten sehen daher eine mangelnde Vernetzung als größte Herausforderung für das kommende Jahr 2027.
Differenzierteres Bild beim Einsatz von KI
Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz zeigt sich ein differenziertes Bild. 53 Prozent sehen die wichtigste Rolle von KI in der Automatisierung repetitiver Arbeit. 43 Prozent zeigen sich grundsätzlich an KI interessiert, sind aber nach wie vor vorsichtig. 30 Prozent nennen Vertrauen und Genauigkeit als größte Hürde für die Einführung. Ein Viertel der Befragten gibt an, dass Datenschutz auf Unternehmensniveau beziehungsweise Compliance-Schutzmaßnahmen das Vertrauen erhöhen würden.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen zunehmend auf integrierte Datenplattformen setzen werden. Denn 34 Prozent der Befragten sehen eine durchgängige End-to-End-Rückverfolgbarkeit als entscheidenden Erfolgsfaktor für die Zukunft. 32 Prozent betrachten vernetzte Echtzeitdaten sogar als höchste operative Priorität der kommenden Jahre.
Die Studie zeigt: Nur ein vernetztes Ökosystem ermöglicht einen reibungslosen teamübergreifenden Austausch von Lieferanten-, Qualitäts-, Regulatory-, Produkt-, Verpackungs- und Rückverfolgbarkeitsdaten. Das wird letztlich die Grundlage dafür sein, Effizienz, Resilienz und Innovationsgeschwindigkeit dauerhaft zu steigern.